Kosten

Die Mindestkosten einer Scheidung sind gesetzlich geregelt durch das
  • Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) sowie das
  • Gesetz über Gerichtskosten in Familiensachen (FamGKG).
Diese Gesetze sind für Scheidungsverfahren verbindlich, Gebührenvereinbarungen unterhalb der Mindestgebühr also verboten.

Die Kosten einer Scheidung richten sich nach dem Verfahrenswert; dieser ist abhängig von dem gemeinsamen monatlichen Nettoeinkommen der Eheleute in den letzten drei Monaten vor Einreichen der Scheidung. Grundsätzlich können Abschläge für Unterhaltsverpflichtungen gegenüber minderjährigen Kindern und Zuschläge für vorhandenes Vermögen erfolgen.

Sofern Sie keine Vereinbarung über den Versorgungsausgleich (hier geht es um den Ausgleich Ihrer während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften) getroffen haben, wird mit dem Einreichen des Scheidungsantrages von Amts wegen auch ein Versorgungsausgleich durchgeführt. Der Verfahrenswert richtet sich nach der Anzahl aller Altersversorgungen, über die in diesem Verfahren zu entscheiden ist. Für jedes Anrecht werden 10% des Wertes der Ehescheidung in Ansatz gebracht.

Also grundsätzlich:
  • Scheidungsstreitwert: 3-faches gemeinsames Monats-Nettoeinkommen
  • Versorgungsausgleich: 10% vom Scheidungsstreitwert pro vorhandener Versorgung zusätzlich.
Sofern Sie weitere Dinge durch das Gericht im Zusammenhang mit der Ehescheidung entschieden haben wollen, wie etwa nachehelicher Unterhalt (hier wird der Jahreswert des geltend gemachten Unterhalts als Verfahrenswert angesetzt) oder Zugewinn (hier ist der Wert des verlangten Zugewinnausgleichs maßgeblich), erhöht sich der Verfahrenswert entsprechend.

Die Festlegung des Verfahrenswertes erfolgt durch das für Sie zuständige Familiengericht, das unabhängig entscheidet.


Beispiel:
Beide Ehegatten verdienen monatlich 2.000,00 €. Der Gesamtbetrag von € 4.000,00 wird für den Scheidungs-Streitwert verdreifacht und beträgt also € 12.000,00

10% von diesem Wert kommen für jede Altersversorgung, über die im Versorgungsausgleich zu entscheiden ist, hinzu. Wenn also z.B. neben den beiden gesetzlichen Rentenversicherungen jeder Ehegatte noch eine private Altersversorgung hat und bei einem Ehegatten eine Betriebsrente besteht, sind dies 5 Versorgungen, also beträgt der Verfahrenswert 50% des Wertes der Ehescheidung (je 10% bei 5 Versorgungen). Der Verfahrenswert für den Versorgungsausgleich beläuft sich in diesem Beispiel also auf 6.000,00 €.

Der Gesamtwert von 18.000,00 setzt sich also zusammen aus 12.000,00 € für die Ehescheidung und 6.000,00 € für den Versorgungsausgleich.


Die Anwaltskosten beziffern sich in dem Beispiel wie folgt:

Gegenstandswert: 18.000,00 €

Verfahrensgebühr § 13 RVG, Nr. 3100 VV RVG           1,3     904,80 €
Terminsgebühr § 13 RVG, Nr. 3104 VV RVG           1,2     835,20 €
Pauschale für Post und Telekommunikation Nr. 7002 VV RVG

          20,00 €

Zwischensumme netto           1.760,00 €
19 % Mehrwertsteuer Nr. 7008 VV RVG           334,40 €
Gesamtbetrag           2.094,40 €


Hinzu kommen Gerichtskosten in Höhe von 638,00 €, die von beiden Ehegatten hälftig zu tragen sind.

Gern werde ich Ihnen die voraussichtlichen Kosten auf Anfrage mitteilen.